Pressekonferenz am 3. Juni 2013 in der WKO:

Mehrweg – der Schlüssel zu einem nachhaltigen Gesundheitssystem

  • Österreich ist Musterland und weltweit Spitzenreiter bei Mehrwegtextilien im OP
  • Mehrweg sorgt für Klimaschutz und Müllvermeidung
  • Höchste Sicherheit für Patienten und beste Arbeitsbedingungen für Ärzte
  • Ökologische Optimierung auch wirtschaftlich sinnvoll

"Ein ökologisch verantwortungsvoll und nachhaltig betriebenes Gesundheitswesen ohne konsequente Forcierung von Mehrwegsystemen ist schlicht undenkbar“, bringt Andreas Philipp, Vorsitzender der industriellen Wäschereien, die aktuelle Ökobilanz-Studie „Ökologische Bewertung von OP-Textilien“ auf den Punkt. „Dass Mehrwegsysteme nachhaltiger und umweltschonender sind als Wegwerfprodukte, sagt einem ohnehin schon der gesunde Hausverstand, doch nun sind die ökologischen Vorteile auch wissenschaftlich bestens untermauert.“

Philipp erwartet, dass die Studie, die die dramatischen ökologischen Unterschiede zwischen Einweg- und Mehrwegprodukten am Beispiel von OP-Textilien beleuchtet, das Thema Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen künftig stärker in den Blickpunkt der Verantwortlichen im Gesundheitsbereich sowie der Öffentlichkeit rücken wird. „Österreich steht im Hinblick auf die Nutzung von Mehrweg OP-Mänteln und -Abdeckungen mit einem Anteil von 80 Prozent weltweit an der Spitze. Das ist eine große Chance und wir sollten sie nutzen, um Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen generell als Qualitätsziel zu verankern, und unsere positiven Erfahrungen auch international weiterzugeben.“

Dass die Mehrwegthematik die Speerspitze der Bemühungen um ein nachhaltiges Gesundheitswesen sein muss, steht für Philipp außer Zweifel: „Man muss hier zwar an sehr vielen Schrauben drehen, aber nirgendwo sonst können so einfach so große ökologische Vorteile generiert werden, wie durch den konsequenten Einsatz von Mehrwegprodukten. In Österreich finden jährlich 1,2 Mio. Operationen statt. Wenn alle Operationen mit Mehrweg-OP-Textilien durchgeführt werden, fallen 2.100 Tonnen weniger Abfall an, als wenn ausschließlich Einweg-OP-Artikel verwendet werden. Der „Carbon Footprint“ von Mehrweg-OP-Textilien ist um mehr als 50 Prozent kleiner als bei Einwegprodukten.

Nachhaltigkeit ist dabei im Gesundheitswesen keineswegs "Luxus", sondern auf Dauer auch wirtschaftlich vorteilhaft. So schneiden Mehrwegtextilien in einer Gesamtkostenrechnung (Kauf- bzw. Mietkosten, Arbeitsanfall im Krankenhaus, Logistik, Entsorgung) günstiger ab als Einwegprodukte, zudem fällt die Wertschöpfung großteils im Inland an. „Bei Mehrwegsystemen findet die Wertschöpfung fast ausschließlich in Österreich statt und das sichert direkt rund 420, indirekt über Multiplikatoreffekte sogar 620 Arbeitsplätze“, so Philipp. Dies belegt eine aktuelle Studie des industriewissenschaftlichen Institutes, die die volkswirtschaftlichen Effekte österreichischer Wäschereien im Bereich Mehrwegtextilien für den OP errechnet hat. Diese Wäschereien erzielen durch die Aufbereitung von OP-Textilien einen mittel- wie unmittelbaren Umsatz von bis zu 66 Mio. EUR.

Zusätzlich sprechen auch Qualitätsaspekte wie Tragekomfort für die Operateure, Reißfestigkeit oder Flüssigkeitsdurchlässigkeit für den Einsatz von Mehrwegtextilien.

"Startschuss für nachhaltige Projekte im Gesundheitswesen“

Die Zeitschrift CliniCum – das Fachmagazin für alle Führungskräfte im Krankenhaus – und der Verlag Medizin Medien Austria setzen künftig einen Schwerpunkt auf das Thema Nachhaltigkeit – nicht nur in der Berichterstattung, sondern auch intern in den Redaktionen.

CliniCum hat mit Kooperationspartnern (Lebensministerium, Fachverband TBSL und Bundesinnung Mode & Bekleidungstechnik) eine gemeinsame Initiative zur „Förderung nachhaltiger Projekte im Gesundheitswesen“ gestartet. „Nachhaltigkeit hat sowohl ökonomische, ökologische und soziale Komponenten und die Schwierigkeit besteht darin, diese zum Teil oft widersprüchlichen Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen“, sagt Trude Just, Chefredakteurin des CliniCum. Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen ist im weitesten Sinn der Versuch mit möglichst ressourcenschonendem Einsatz Menschen möglichst lange gesund zu halten bzw. rasch wieder gesund zu machen, waren sich Teilnehmer eines Experten-Roundtable des Magazins einig. Der Runde Tisch befasste sich inhaltlich mit dem Thema „Nachhaltigkeit im Krankenhaus“ anhand des Beispiels OP-Textilien. Basis des Gesprächs war die aktuelle Denkstatt-Studie „Ökologische Bewertung von OP-Textilien“ und die IWI-Studie „Volkswirtschaftliche Effekte österreichischer Wäschereien im Bereich Mehrwegtextilien für den OP“. Die Ergebnisse des Expertengesprächs werden in der aktuellen Ausgabe des Magazins veröffentlicht.

Gleichzeitig ist dies der Startschuss, nachhaltige Projekte im Bereich Gesundheitswesen auch in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, sagt Just. „Es gibt viel, das in dieser Richtung schon da ist, aber nicht bekannt ist. Wir wollen das ändern und bereits realisierte, innovative Projekte österreichweit – in Spitälern und sämtlichen anderen Einrichtungen des Gesundheitswesen – vor den Vorhang holen; nicht zuletzt als Motivationsschub und Ideengeber für andere.“ Ziel ist die Förderung nachhaltiger Projekte im Gesundheitswesen. Die drei Kooperationspartner rufen auf, nachhaltige Projekte aus allen Bereichen des Gesundheitswesens zur Publikation im CliniCum einzureichen. Alle eingereichten Projekte werden von einer Jury (Lebensministerium, Fachverband TBSL und Bundesinnung Mode & Bekleidungstechnik, CliniCum) bewertet. Die besten Projekte werden gekürt und in Form einer Serie im CliniCum publiziert. Optional können die Projekte auch per Video dokumentiert und über die Homepage der Partner zum Download zur Verfügung gestellt werden.

Einreichungen per Einreichformular an: justmedizin-medien.at
Einreichfrist: 23. August 2013

Nachhaltigkeit als Vorgabe für Ausschreibungen von Krankenhaustextilien In dieselbe Kerbe schlägt auch Manfred Anderle, Bundessekretär der PROGE (Gewerkschaft der ArbeitnehmerInnen aus den Bereichen Produktion, Technik und Dienstleistung,) 

05.02.2014

 

Pressekonferenz am 3.Juni 2013 in der WKO

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