Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen

Mehrweg-OP-Textilien im Vorteil

WIEN – Eine neue Studie gibt der Umweltverträglichkeit von OP-Textilien im Mehrwegsystem eindeutig den Vorzug gegenüber Einweg-OP-Fabrikaten. Die Daten wurden im Rahmen eines Roundtables der Fachzeitschrift CliniCum präsentiert.

Das Nachhaltigkeitsinstitut „denkstatt“ hat eine Studie zur ökologischen Bewertung von Mehrweg-OP-Textilien im Vergleich zu Einwegprodukten durchgeführt. Dies erfolgte anhand der drei Wirkungskategorien einer Ökobilanz – Product Carbon Footprint

(Treibhausgaspotenzial), Eutrophierungspotenzial (unerwünschte Zunahme an Nährstoffen im Wasser) und Photochemisches Oxidanzienbildungspotenzial (Sommersmog) – sowie des Abfallanfalls.

Halber Carbon Footprint

Als funktionelle Einheit definierte die Studie 1,21 Millionen Operationen in Österreich. Das entspricht der durchschnittlichen jährlichen Anzahl an operativen Eingriffen. Pro OP werden durchschnittlich 1,5 OP-Sets und drei OP-Mäntel benötigt. Berücksichtigt wurden alle Prozesse der Vorkette (Produktion, Bewirtschaftung der Produktionsabfälle im Erzeugerland und Transporte) sowie die abfallwirtschaftlichen Effekte von OPMänteln und -Abdeckungen.

Einwegprodukte verursachen mit 5500 t im Vergleich zu Mehrwegprodukten mehr als das Doppelte an CO2-Äquivalenten. Das Eutrophierungspotenzial ist bei Mehrwegtextilien trotz des häufigen Waschens mit 5,0 t Phosphat-Äquivalenten geringer als bei Einwegartikeln mit 6,6 t, da die Produktion der Einwegartikel das Wasser stärker belastet. Die Bildung von bodennahem Ozon ist bei der Verwendung von Einwegartikeln um 110 Prozent höher.

Dazu kommt, dass Einwegartikel 4,5 Mal mehr Abfall als Mehrwegtextilien verursachen.

 

 

 

03.07.2013

 

Medical Tribune

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