zum Inhalt (Alt+0)
zur Hauptnavigation (Alt+1)
zur Subnavigation (Alt+2)

News

22.06.10 13:04

Am Puls der Zeit

ÖGZ Forum Tourismuswirtschaft

Outsourcing als umfassender Beitrag zum Wertschöpfungsprozess. Ein Interview mit Mag. Thomas Krautschneider, geschäftsführender Gesellschafter, und Dr. Andreas Philipp, Geschäftsführer von Salesianer Miettex

Mag. Thomas Krautschneider (re.) und Dr. Andreas Philipp

Mag. Thomas Krautschneider (re.) und Dr. Andreas Philipp

ÖGZ: Herr Dr. Philipp, Hygiene ist sowohl für die Gastronomie als auch die Hotellerie eine große Herausforderung. Das gilt sowohl in Richtung Gast als auch in Richtung behördlicher Auflagen. Hotelier und Wirt müssen hier einer Vielzahl von Gesetzen gerecht werden. Wenn etwas passiert, gibt es auch gleich eine sehr hohe mediale Aufmerksamkeit und damit zusätzlichen Druck für die Branche. Wie erleben Sie als ein auf Hygieneleistungen spezialisierter Dienstleister den Umgang der Unternehmer mit diesen Rahmenbedingungen?
Dr. Andreas Philipp:
Grundsätzlich hat die Hygiene im Gastgewerbe einen sehr hohen Stellenwert. Das Bewusstsein für die Hygiene ist stark ausgeprägt, auch das Wissen um Risiken. Daher werden die Gesetzesvorlagen auch schlichtweg in den Alltag umgesetzt und gelebt.

ÖGZ: Was kann Salesianer Miettex mit seinen Dienstleistungen dazu beitragen, die strengen Auflagen in die Tat umzusetzen?
Mag. Thomas Krautschneider: Nun, wir versuchen von der Küche übers Bad bis zum Bett unserer Beitrag zu leisten. Von den Standards haben wir dazu die optimale Voraussetzung. Unsere Wäschereien orientieren sich an den strengsten Auflagen, die es gibt, nämlich an jenen für Krankenhäuser. Diesen tragen wir schon bei der Warenbeschaffung für die Mietwäsche Rechnung. Und mit der chemothermischen Reinigung ist die Wäsche desinfiziert.

ÖGZ: Das heißt mit der Auslagerung der Wäsche zu Ihnen, übernehmen Sie auch die Verantwortung für den korrekten Hygiene-Status?
Philipp: Das sind wir aus dem Gesundheitsbereich so gewohnt. Sollte hier etwas schief gehen, werden wir auch rechtlich zu einem Regress herangezogen. Für das Gastgewerbe ist das zwar im Gesetz derzeit nicht sostreng reguliert. Aber wir arbeiten nach diesen Standards, und sollte so ein Gesetz kommen, so wären wir jederzeit bestens dafür gerüstet. Die Vorteile des Outsourcings gehen freilich über die perfekte Hygiene hinaus. Für den Gastgeber werden aus fixen variable Kosten.

ÖGZ: Was heißt das konkret?
Philipp: Wir übernehmen für ihn von der Wäschebeschaffung bis hin zur Reinigung den gesamten Prozess. Wir beraten bei der Auswahl der Textilien und suchen für den Kunden auch die richtigen bei speziellen Wünschen. An sich sind die Textilien auf drei Jahre ausgelegt. Bei vorzeitiger Abnutzung werden sie auf Kosten von Salesianer getauscht. Um die Größenordung zu illustrieren: Rund 20 Prozent unseres Unternehmensumsatzes laufen in die Wiederbeschaffung von Textilien. Wir führen einen Warenbestand von rund 30 Mio. €, eine Investition, die sich unsere Auftraggeber effektiv ersparen. Abholung und Lieferung der Wäsche erfolgt dann in einem 48-Stunden Lieferrhythmus von 11 Wäschereien aus in ganzÖsterreich. Das heißt, auch hinsichtlich Logistik und Lager kann unser Hotelier noch einen beträchtlichen Aufwand an uns delegieren.

ÖGZ: Wenn Sie die Wäsche für Ihre Kunden beschaffen, sind Sie einerseits modischen Trends konfrontiert, andererseits versuchen Sie aber wohl auch selbst Trends zu setzen?
Philipp: Für uns hat hier die Hygiene die oberste Priorität, ebenso die Belastbarkeit der Materialien. Unter diesem Aspekt suchen wir die Materialien aus. Dazu gibt es eigene Textilfachleute im Unternehmen. Wir arbeiten aber auch eng mit Einrichtungen wie dem Hohenstein Institut zusammen. Und über unseren geschäftsführenden Gesellschafter sind wir in internationalen Organisationen wie INTEX (Industrieverband Textil Service) oder E.T.S.A. (European Textile Services Association) vertreten, wo ein reger Informationsaustausch über internationale Trends statt findet.

ÖGZ: Was bedeutet das in der täglichen Praxis?
Philipp: Wir wissen etwa, dass für Tischwäsche Baumwolle nach wie vor die optimale Textilie ist, während sich bei Bettwäsche moderne High-tec-Gewebe als bessere Alternative abzeichnen, weil sie z.B. Schweiß ableiten und nicht aufnehmen und so deutlich mehr Wohlbefinden schaffen. Wir versuchen unsere Kunden auch darauf hinzuweisen, dasstrendige Akzente wie etwa das kunstvolle Gestalten der Mundserviette zwar ein hübscher Anblick, aus hygienischer Sicht allerdings abzulehnen ist. Eine drittelgefaltete Serviette, wie wir sie anliefern, ist da jedenfalls die einwandfreie und bessere Alternative. Übrigens wollen wir auch als Partner präsent sein, wenn es um Hygiene ohne Textilien geht. Daher führen wir ein komplettes Waschraumhygieneproramm,
also auch Desinfektionsmittel und Spiralpapier, im Programm. In Summe ist es uns ein Anliegen, unser fachliches Wissen an die Kunden weiterzugeben. Daher stellen wir dazu auch entsprechendes Informationsmaterial für die unterschiedlichsten Hygienegegebenheiten zur Verfügung.

ÖGZ: Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen. Welche prägenden Faktoren sehen Sie im Verhältnis von Ihrem Unternehmen und Ihren Kunden?
Krautschneider: Die Trends sind zeichnen sich schon seit einiger Zeit ab: Entscheidungen werden kurzfristiger, Flexibilität und Individualität nehmen zu, und das Preis-Leistungsverhältnis wird immer wichtiger. Diese Voraussetzungen muss der Gastwirt gegenüber seinem Gast ebenso erfüllen wie wir für Gastronomen und Hoteliers. Sieger kann in diesem Prozess nur sein, wer permanent am Puls der Zeit bleibt.