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23.06.10 09:24

Bei Salesianer Mieetex beginnt eine neue Ära

Wirtschaftsblatt online, 13. Juni 2010

Bei Salesianer Miettex beginnt eine neue Ära

Verkaufen oder weiterführen? Christine Krautschneider hat sich für Letzteres entschieden, als sie 1985 nach dem Tod ihres Mannes plötzlich an der Spitze eines Reinigungsunternehmens mit 13 Millionen € Umsatz und 330 Mitarbeitern stand. 25 Jahre später hat Salesianer Miettex 2200 Mitarbeiter und macht 143 Millionen € Umsatz in acht Ländern. Mit 35 bis 40 Prozent Marktanteil in Österreich hält das Unternehmen die Mitbewerber auf Distanz.

"Verlässlichkeit, Bodenständigkeit und nie abheben, das ist wichtig", sagt Krautschneider. Für ihr "Lebenswerk" erhielt sie den internationalen Hohenstein Award, Branchenkenner sprechen schmunzelnd vom "Wäscherei-Nobelpreis".

Noch viel Potenzial

Am 1. April folgte Sohn Thomas Krautschneider als neuer Geschäftsführer. "Der Markt hat noch viel Potenzial", sagt Krautschneider junior. Der Nachhaltigkeitstrend, wie der Einsatz von Stoffhandtüchern statt Papier, kommt ihm entgegen. Auch im OP-Bereich halten Hightech-Tücher aus Mikrofaser und Laminat zunehmend Einzug. Die Pläne des Neuen? "Wir sind gut unterwegs und werden unsere Hausaufgaben machen." Die Konsolidierung will fortgeführt werden, Salesianer Miettex hat seit 1989 fast jedes Jahr ein Unternehmen übernommen. Weitere Akquisitionen stehen zwar derzeit nicht am Plan, aber "wenn es ein Investment gibt, an dem man nicht vorbei kann", dann wird zugeschlagen. Wachstumstreiber bleibt das Ausland. Das Unternehmen ist in Tschechien, der Slowakei, Un garn, Kroatien, Slowenien, Serbien und Rumänien vertreten.

"Wir halten in allen Märk ten die Positionen eins bis drei und sind damit eines der führenden europäischen Miet textilunternehmen", sagt Krautschneider. In Osteuropa spürt er die Krise stärker, da der Geschäftstourismus stark zurückgegangen ist. Den Optimismus hat er trotzdem nicht verloren: "Das Pendel beginnt, wieder in die andere Richtung auszuschlagen."

Österreich kleinstrukturiert und besteht großteils aus Familienunternehmen. In der Branche spricht man von einem "Greißlersterben", für viele Kleine wird das Überleben härter.